Beschreibung
Im Rahmen der Umsetzung der EU-Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie hat Baden-Württemberg bis 2015 an ca. 12.300 Flusskilometer Hochwassergefahrenkarten (HWGK) erstellt (siehe www.hochwasserbw.de). Es wurden hierfür ca. 50 TB Daten erstellt, welche bei der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) gespeichert und visualisiert werden. Es handelt sich hierbei um Rasterdaten (Wasserspiegellagen, Überflutungstiefen) und Vektordaten. Alle Informationen sind in regional verteilten Geodatenbanken gespeichert (ESRI-GDB). Die Karten- bzw. Datensätze müssen regelmäßig fortgeschrieben und an neue Erkenntnisse (z.B. Geländemodifikationen, Änderungen im und am Gewässer) angepasst werden. Dazu wurden zwei Konzepte eingeführt: Bei der "Gebietsweisen Fortschreibung" werden ganze Flusseinzugsgebiete neu erstellt. Lokale Anpassungen erfolgen anlassbezogen durch einen Vorhabenträger im Rahmen einer Maßnahmenumsetzung. Dabei wird nur ein lokaler Bereich der HWGK ausgetauscht. Anforderungen und methodische Beschreibung an die Erstellung / Fortschreibung der HWGK sind in der Leistungsbeschreibung Hydraulik beschrieben und in entsprechenden Ablaufschemen dargestellt # Das RPS hat die Projektleitung und koordiniert die landesweiten Arbeiten. Die fachliche Projektleitung HWGK setzt sich aus der Projektleitung (RPS) sowie Dienstleistern (DL) aus den Bereichen Daten, Hydraulik, Hydrologie, Vermessung, Ausschreibungsverfahren zusammen. Sie beraten die Projektleitung. Dies umfasst auch Gremienarbeit und die fachliche Beratung der vier Regierungspräsidien, der 44 Unteren Wasserbehörden und der mit den hydraulischen und hydrologischen Berechnungen beauftragten Ingenieurbüros. Darüber hinaus begleiten, unterstützen und beraten die Dienstleister bei Ausschreibungsverfahren. # Hauptaufgabe stellt die Qualitätssicherung der abgegebenen Ergebnisdaten der hydraulischen und hydrologischen Berechnungen in den jeweiligen Fachgebieten nach festgelegten fachlichen Kriterien dar. Diese sind in Abstimmung mit der Projektleitung weiterzuentwickeln und entsprechende Dokumentationen der Prüfungen zu erstellen. # Die weiteren Aufgaben des DL-Daten sind: Weiterentwicklung und Pflege der Datenhaltung HWGK: Der DL-Daten setzt die Anforderungen aus der Leistungsbeschreibung der HWGK-Fortschreibung in die Projektvorlagen und die vorgegebenen Schablonen für die Ergebnisdatenabgabe um und hält diese Vorlagen aktuell. Die qualitätsgesicherten Ergebnisse der Auftragnehmer sind aufzubereiten, mit den bereits vorliegenden Ergebnissen zu homogenisieren und in den bestehenden landesweiten HWGK-Ergebnisdatensatz zu übernehmen bzw. auszutauschen. Die aktualisierten Ergebnisdaten sind an die LUBW zu übergeben. Zu Beginn einer hydraulischen Beauftragung stellt der DL-Daten die im Projekt erzeugten Grundlagen-Daten zusammen, ergänzt diese mit den Fachdaten der HWGK-Ersterstellung und stellt diese dem Auftragnehmer zu Verfügung. Der DL-Daten ist Ansprechpartner der Projektleitung bei allen Anfragen zu Fachdaten HWGK. # Datenaufbereitung und Datenprüfung: Alle Eingangs- und Grundlagendaten müssen qualitätsgesichert werden: Im Projekt werden terrestrische Vermessungs- und Befliegungsdaten erhoben, welche durch den DL-Daten zu prüfen und für die weitere Bearbeitung (z.B. HydTERRAIN) aufzubereiten sind. Es handelt sich in der Regel um das landeseinheitliche GPRO-Format für Gewässerprofilvermessungen sowie um hochauflösende Airborn-Laserscann-Daten (roter oder grüner Laser). Darüber hinaus werden dem Projekt regelmäßig Daten (dwg, dxf, shp) bereitgestellt, welche für die Weiterverarbeitung aufbereitet und prozessiert werden müssen. Der DL-Daten übernimmt die originalen hochauflösenden Airborn-Laserscann-Daten filtert diese und erstellt ein RohTERRAIN. Dieses stellt die Basis für die Ableitung weiterer Höhenmodelle dar (je nach Aufgabenstellung bspw. 4x4m DGM für die Ableitung von Einzugsgebieten oder 0,5x0,5m für das HydTERRAIN). # Der DL-Daten unterstützt die Aufgaben der anderen Dienstleister (z.B. bei der Erhebung des Vermessungsbedarfs für Gewässerprofile) und stellt spezifisch aufbereitete Datensätze bereit. Er erzeugt und pflegt innerhalb der Bearbeitungskulisse den genauen Gewässerverlauf (HWGK-Centerline). Grundlagen für diese Erfassung sind die Airborn-Laserscann-Daten, Orthobilder und Vermessungsdaten der Gewässer. # Erstellung HydTERRAIN: Im Rahmen der Gebietsweisen Fortschreibung ist ein hydraulisch plausibles Höhenmodell (HydTERRAIN) für die hydraulische Berechnung der HWGK im ESRI-Terrainformat zu erstellen. Hierfür ist auf Basis der Vermessungsdaten innerhalb des HWGK-Gewässernetzes mittels Bruchkanten ein 3D-Gewässerschlauch unterhalb der Wasser-/Land-Grenze abzuleiten und in das RohTERRAIN einzuarbeiten. Zudem sind Längsstrukturen (z.B. Mauern, Schwellen) welche in den terrestrischen Vermessungen enthalten sind einzuarbeiten. Das HydTERRAIN ist an die Auftragnehmer auszuliefern und stellt die Grundlage der hydraulischen 2D-Modellierung dar. # Qualitätssicherung HydTERRAIN: Bei der hydraulischen Bearbeitung im Rahmen einer Gebietsweisen Fortschreibung wird das HydTERRAIN von den Auftragnehmern weiterbearbeitet / korrigiert / ergänzt. Bei der Anlassbezogenen Fortschreibung wird das HydTERRAIN durch die für die Hydraulik beauftragten Ingenieurbüros erstellt. Der DL-Daten prüft und sichert die Qualität des HydTERRAIN mit Blick auf die Datenhomogenität und die hydraulische Verwendbarkeit. # Unterstützung der Projektleitung bei der Auswertung oder Aufbereitung der vorliegenden HWGK-Datensätze für weitere Akteure und Fachinformationssysteme des Landes (FLIWAS, AKWB, AWGN, etc.) # Das Anforderungsprofil an den DL-Daten zeichnet sich durch umfassende Kenntnisse in ArcGIS Pro sowie umfangreiche Erfahrung im Programmieren in Python aus. Hydrologische sowie hydraulische Erfahrungen sind von Vorteil. Auf Basis der bisherigen Erfahrungen ist davon auszugehen, dass der Umfang der Leistungen drei Vollzeitstellen entspricht.