Beschreibung
Der Auftraggeber, das Marienhospital Stuttgart, ist ein katholisches Krankenhaus der Zentralversorgung mit 800 Betten. Im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes wurden Fördermittel nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 KHSFV beantragt und hierfür die vollumfängliche Implementierung eines transsektoral übergreifenden Patientenportals für das digitale Aufnahme- und Behandlungsmanagement mit integrierter KIS-Anbindung geplant, um einen digitalen Informationsaustausch zwischen den Leistungserbringern und -empfängern zu vereinfachen und zu optimieren. Das digitale Aufnahmemanagement soll den Patienten, aber auch den vorgelagerten Leistungserbringern die Kontaktaufnahme sowie eine Terminierung von Behandlungen im Krankenhaus erleichtern. Den Patienten ist es dabei möglich, sich im Vorfeld von zu Hause aus, ohne emotional belastende Umstände durch die Umgebung eines Krankenhauses, online zu informieren, notwendige Daten selbst zu erfassen und auch Entscheidungen, z.B. betreffend ihre Behandlung, in ihrer ge-wohnten (häuslichen) Umgebung treffen zu können. Damit einhergehend, sollen auch die Mitarbeitenden in den organisatorischen Bereichen des Krankenhauses wie Administration oder medizinischer Aufnahme durch den Einsatz der digitalen Dienste entlastet und die Kommunikation mit vorgelagerten Leistungserbringern wirtschaftlich und zielführend gestaltet werden. Das digitale Behandlungsmanagement soll Patienten im Laufe ihres stationären Aufenthaltes deutlich stärker als bisher begleiten, einbinden und in ihrem Tagesablauf unterstützen. Digitale Dienste im Rahmen des Behandlungsmanagements verfolgen hierbei unter anderem das Ziel der Erhöhung der Patientensicherheit und der Therapieadhärenz im Laufe des Aufenthaltes sowohl vor Ort in der Klinik als auch im Anschluss an die stationäre Behandlung. Ebenso wird durch eine Digitalisierung des Behandlungsmanagements eine Entlastung auf Seiten der Mitarbeitenden auf der Station erreicht. Das Patientenportal muss dabei auf das, beim Marienhospital eingesetzte, KIS ORBIS der Dedalus HealthCare GmbH zugreifen, um Daten zu übernehmen, zu verarbeiten und zu senden. Hierfür müssen bidirektionale Schnittstellen aufgebaut werden. Zusätzlich sind die Vorgaben zur Interoperabilität sowie der Einsatz aller Transaktionen der Telematikinfrastruktur nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch umzusetzen. | Das Marienhospital Stuttgart plant im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie die Einführung eines modernen Patientenportals sowie einer zentralen Interoperabilitätsplattform (IOP). Hierzu hat das Marienhospital Stuttgart im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes Fördermittel nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und 9 KHSFV beantragt. Ziel des Marienhospital Stuttgart ist es, sowohl den Komfort und die Einbindung der Patientinnen und Patienten in die Versorgung zu verbessern als auch die interne Informationsverarbeitung effizienter und zukunftsfähiger zu gestalten. Gleichzeitig sollen die Anforderungen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) erfüllt und die Voraussetzungen für eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit geschaffen werden. Das Patientenportal soll als digitale Schnittstelle zwischen Krankenhaus und Patient fungieren. Es verfolgt das Ziel, den Patientenkomfort durch transparente Informationsbereitstellung und digitale Services zu steigern, administrative Prozesse zu entlasten und die Effizienz der Behandlungsvor- und -nachbereitung zu erhöhen. Darüber hinaus dient es der Umsetzung der Muss-Kriterien des KHZG im Fördertatbestand 2. Ergänzend hierzu wird mit der Einführung einer Interoperabilitätsplattform eine zentrale Infrastruktur geschaffen, die den strukturierten, standardbasierten Austausch klinischer Informationen zwischen den IT-Systemen ermöglicht. Die Plattform soll dazu beitragen, das Informationsmanagement zu optimieren, die Qualität medizinischer Dokumentationen - insbesondere der Arztbriefschreibung - zu verbessern und bereichsübergreifende Informationen nutzbar zu machen. Sie bildet die Grundlage für eine verbesserte Informationsqualität, fachbereichsübergreifende Analysen sowie für die künftige Teilnahme an regionalen und überregionalen Vernetzungsinitiativen wie z.B. MEDI:CUS. Perspektivisch ist vorgesehen, alle relevanten Informationssysteme des Marienhospitals über die IOP zu integrieren. Die zu beschaffenden Lösungen sollen interoperabel, KHZG-konform, nutzerorientiert und skalierbar sein. Sie müssen sich in die bestehende Systemlandschaft integrieren lassen und langfristig zur Digitalisierung und Prozessoptimierung im Marienhospital beitragen.