Beschreibung
Vom Bundesministerium für Landwirtschaft (BML) wurde von 1995 bis 1997 das Modellvorhaben Planungs-, Informations- und Auswertungssystem für das Feldversuchswesen (nachfolgend piaf-Allgemein) gefördert, welches für eine gemeinsame Software-Lösung entwickelt wurde. Dazu wurde im September 1997 vom Bund und den Ländern die "Vereinbarung über die Pflege und Weiterentwicklung von Softwareprogrammen für das Planungs-, Informations- und Auswertungssystem für das Feldversuchswesen (piaf)" getroffen. Die im Rahmen dieser Vereinbarung entstandenen Entwicklungen ermöglichen es, piaf im Praxiseinsatz zu verwenden. Zusätzlich wurde unter dem Oberbegriff piaf eine Softwarelösung zur Planung und Datenerfassung im Zusammenhang mit der Prüfung von Pflanzenschutzmitteln auf Wirksamkeit und Verträglichkeit (nachfolgend: piaf-PSM) entwickelt. Inzwischen existiert eine integrierte Softwareanwendung (nachfolgend piaf5), welche die verschiedenen Programmteile / Datenbanken bedient. Zwischenzeitlich ist diese Softwareanwendung an einen Stand gelangt, bei dem der Betrieb allein mit jährlichen Anpassungen nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Die alte Technologiebasis der Software ist als kritisch zu beurteilen. Steigender Aufwand für Wartung und Anpassung sowie Schwierigkeiten bei der Gewährleistung einer adäquaten Qualität sind Ausdruck dieser technischen Überalterung. Hinzu kommt die historische Aufteilung der piaf-Datenbank in "piaf Allgemein" und "piaf PSM", die bei Entwicklung und Betreuung zu Mehraufwand führt und den immer mehr an Bedeutung gewinnenden Datenaustausch behindert. Daher soll die bestehende Softwareanwendung auf eine neue Technologiebasis gestellt werden und eine neue piaf-Software entwickelt werden (nachfolgend piaf10 oder Software). Hierfür wurde 2002 eine Bund-Länder-Vereinbarung geschlossen, mit der unter anderem die Auftraggeberin, als Rechtsnachfolgerin der bis dahin selbstständigen Landwirtschaftskammern Rheinland und Westfalen-Lippe, mit der Koordinierung und Durchführung der Vergabe für die Entwicklung und Pflege der piaf10 Software beauftragt wurde. Sowohl der Bund als auch die Länder sollen später neben der Auftraggeberin Nutzungsrechte an piaf10 erhalten. piaf10 soll die derzeit fragmentierte und in Teilen veraltete Software ersetzen. Der Aufbau der Software soll modular erfolgen und richtet sich nach den grundlegenden Anwendungsbereichen von piaf, die in der Leistungsbeschreibung beschrieben sind. Teile des Grundmodul mit dem Datenmodell und der Erfassung von Versuchsdaten als Kernelement sind bereits entwickelt worden und bei der weiteren Entwicklung der Software zu verwenden. Module, die über die fest beauftragten Module hinausgehen (z. B. Bereitstellung von Wetterdaten/-grafiken, Geräteanbindung, Einbindung von GIS-Informationen, Anbindung Bilddatenbanken , Anbindung externer Laborsoftware ("Middleware)), können optional vom Auftragnehmer angeboten werden oder von der Auftraggeberin beauftragt werden. Der modulare Aufbau ermöglicht die Erweiterung von piaf10 um optionale Module, die bei einer eventuellen späteren Erweiterung auch an zukünftige Bedürfnisse angepasst werden können. Die Software soll an bestehende Systeme z.B. BSA, JKI, Laborgeräte, Erntemaschinen über Schnittstellen angebunden werden sowie die Möglichkeit bieten, weitere Anwender, z.B. Pflanzenschutzmittelhersteller, in die Nutzung der Software einzubeziehen. Darüber hinaus müssen die bestehenden Daten aus piaf5 in die neue Software migriert werden können. Nach der Abnahme pflegt und entwickelt der Auftragnehmer die Software weiter. Details sind der Leistungsbeschreibung und den übrigen Vergabeunterlagen zu entnehmen.