Beschreibung
Das Klinikum Nürnberg (nachfolgend „KN“) beabsichtigt die Beschaffung eines klinikweiten Patientenportals. Der vorliegende Vergabegegenstand wird innerhalb des Fördertatbestands 2 (Patientenportale; §19 Abs. 1 Satz 1 Nr.2 KHSFV) als Maßnahme im Rahmen des aktuellen Programms im KHZG umgesetzt. Das Ziel des hier beschriebenen Vorhabens ist die schrittweise Einrichtung eines Patientenportals für ein digitales Aufnahme- und Behandlungsmanagement für das Klinikum Nürnberg und die Patient*innen des KN. Mit der Einführung des Patientenportals soll eine signifikante Reduktion der bisherigen Kommunikations- und Administrationsaufwände für Patient*'innen sowie Mitarbeiter*innen und eine deutliche Verbesserung im Informationsaustausch erreicht werden. Die aktuellen Prozesse und Abläufe in der Kommunikation mit Patient*innen, die Koordination vor einem Aufenthalt und die zusätzlich anfallenden administrativen Aufwendungen sind personalintensiv, eine Herausforderung für die Mitarbeitenden und eine zusätzliche Belastung für alle Patient*innen. Sowohl für Patient*innen als auch für das Klinikum Nürnberg ist es ein wichtiger Mehrwert, behandlungsrelevante Dokumente der Klinik vorab bereitzustellen. Aktuell können Patient*innen relevante Verträge und Aufklärungsbögen erst zu Beginn des klinischen Aufenthaltes innerhalb der Klinik ausfüllen. Des Weiteren können sowohl vor, während und nach dem Aufenthalt Doppeldokumentationen und unnötige Wartezeiten durch ineffiziente Informationsstrukturen und fehlende digitale Möglichkeiten zur Kommunikation zwischen Patient*innen und dem Klinikum entstehen. Das vorliegende Vorhaben hat als Ziel, für das Klinikum Nürnberg ein patientenorientiertes Portal einzuführen, welches zur Terminierung, Information, Anamnese, Aufklärung, sowie zum digitalen Informationsaustausch von relevanten Pflege- und Behandlungsunterlagen zwischen allen beteiligten Parteien effizient genutzt werden kann. Durch die Implementierung eines Patientenportals und die Integration eines Online-Terminmanagements soll bis 2024 eine sektorenübergreifende Digitalisierung insbesondere der Bereiche Aufnahmemanagement und Behandungsmanagement erfolgen. Ziel des Vorhabens ist es, eine nahtlose digitale Patient Journey verbunden mit einem positiven Nutzenerlebnis zu etablieren, Mehrwert für den Versorgungsauftrag zu schaffen und die Patientensicherheit zu erhöhen. Zur Erfüllung der Anforderungen aus der Förderrichtlinie soll der Aufbau einer Online-Terminbuchung erfolgen, um Patient*innen die Möglichkeit zu geben, frühzeitig an der Behandlung teilzuhaben, z.B. durch das anwenderfreundliche Ausfüllen von Fragebögen für die digitale Anamnese oder die Bereitstellung von Befunden und Aufklärungsvideos. Patient*innen (sowie Leistungserbringer außerhalb der TI) sollen zudem auch relevante Unterlagen im Vorfeld zur Verfügung stellen können. Der Patient*innen soll während der Behandlung die Orientierung im Klinikum vereinfacht und Antworten auf Fragen zu ihrem Krankenhausaufenthalt durch digitale Angebote gegeben werden. Mitarbeiter*innen soll ermöglicht werden, mit den Patient*innen digital in Kontakt zu treten, um ggf. Voranamnesen und Entscheidungen zur Triagierung zu konkretisieren, Erinnerungen zu Untersuchungsterminen zu geben oder Aufklärungsunterlagen bereitzustellen. Über die Interoperabilität der Plattform sollen unter Berücksichtigung der Telematikinfrastruktur alle weiteren Behandler und Akteure informationsseitig vernetzt werden. Dafür wird das KN die Vorgaben und Konzepte der gematik berücksichtigen und Schnittstellen auf der Basis von HL7 FHIR inklusive anerkannter Interoperabilitäts-Standards bereitstellen. Eine auf diesen Standards beruhende Integration mit dem bestehenden KIS ist ein zentraler strategischer Bestandteil, um Informationsverluste zu vermeiden und Daten aus der Versorgung am Klinikum zeitnah und medienbruchfrei für die Prozesse an den Standorten zur Verfügung zu stellen. Der Schutz dieser hochsensiblen Daten der Patient*innen hat dabei für das Klinikum Nürnberg höchste Priorität. Das Vorhaben soll nach Beauftragung bis zum 31.12.2024 umgesetzt werden. Weitere Einzelheiten der zu erbringenden Leistungen finden sich in den Vertragsunterlagen, d.h. dem Leistungsverzeichnis (LV) und den Vertragsentwürfen.