Beschreibung
Im Februar 2022 wurde vom Landkreis Nienburg der Abschlussbericht „Integrales Managementkonzept zur Bewirtschaftung von Wassermengen im Landkreis Nienburg/Weser“ (WMMK) vorgelegt und veröffentlicht. Mit Schwerpunkt auf den Themen Grundwasser und Wasserbedarf auf der einen Seite und Bewirtschaftung von Oberflächengewässern und Feuchtgebieten auf der anderen Seite wurde in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Stakeholdern nicht nur die Ist-Situation analysiert, sondern auch potentielle Veränderungen prognostiziert und Defizite, Handlungsoptionen und Maßnahmenvorschläge herausgearbeitet. Die parallele Betrachtung sowohl der Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen als auch der Oberflächengewässer und die Einbeziehung der wasserabhängigen Ökosysteme (insbesondere der Moore und Feuchtgebiete) stellte eine besondere Herausforderung dar, trägt dabei aber perspektivisch zu einer ressourcenübergreifenden, integralen Betrachtung des Gesamtsystems bei, die bei den vielfältigen, zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft, notwendig ist. Dies eröffnet die Möglichkeit, das Wassermengenmanagement im Landkreis Nienburg umfassend und integral zu denken und entsprechende Maßnahmen für die zukünftige Anpassung an die Folgen des Klimawandels abzuleiten. Im Hinblick auf Oberflächengewässer und wasserabhängige Ökosysteme wurde im WMMK exemplarisch anhand von Maßnahmengebieten und unter Einbindung der lokalen Akteure die Vorgehensweise zur Konzeption und Auswahl geeigneter Maßnahmen erarbeitet. Auch für das Ökosystem Lichtenmoor und für das Einzugsgebiet der Alpe im Teilbereich der Rodewalder Gräben wurden Maßnahmenpapiere entwickelt, die ein grundsätzliches wasserwirtschaftliches Systemverständnis in den Gebieten ergeben und die Diskussion über erste konzeptionelle Maßnahmen mit den Akteuren vor Ort eröffnet hatten (s. Anlagen 1 und 2). Zur Detailierung der wasserwirtschaftlichen Systemkenntnisse und der fundierten Entscheidung über durchzuführende Maßnahmen in beiden Gebieten hatten die Besprechungen mit den Projektbeteiligten die Durchführung einer detaillierten Datenerhebung mit Messung sowie Auswertung von Grundwasserständen, Oberflächenabflüssen, Gewässerprofilen und Durchlässigkeiten an der Moorsohle ergeben. Um eine Quantifizierung der verschiedenen Einflussfaktoren und Maßnahmen in ihren regionalen und zeitlichen Zusammenhängen zu ermöglichen, soll ein Entscheidungsinstrument zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wassermengen in den Gebieten Lichtenmoor und Rodewalder Gräben entwickelt werden. Darauf aufbauend können die konzeptionellen Maßnahmen konkretisiert und geplant werden. Projektträger ist der Landkreis Nienburg mit seiner Unteren Wasserbehörde und den übertragenen Aufgaben im Bereich Bewirtschaftung der Wasserressourcen. Wie bereits im 2022 abgeschlossenen WMMK werden auch hier die betroffenen Akteure und Fachbehörden in die Bearbeitung mit einbezogen.